Glaskunstwerke des ehemaligen Lehrers Walter Herrmann und des böhmischen Malers Josef M. Pohl an das Glasmuseum übergeben
Eine Reise um die halbe Welt und damit den Weg in die Herkunftsstätte haben einige Hadamarer Glaskunstwerke zurückgelegt. Die Eheleute Lisa und Patrick Rau-Reece haben die Glaskunst aus ihrer Heimat in den USA mitgebracht. Dabei handelt es sich um zwei Werke von Walter Herrmann, der mit seiner Frau Brigitte Herrmann-Pfohl die ersten Glasmaler der Firma Meltzer waren und seinerzeit einen eigenen Glasveredlungsbetrieb in Hadamar gründeten, der als letzter Hohlglasveredlungsbetrieb bis 1991 existierte. Von 1979 bis 1982 war Walter Herrmann zudem Lehrer der Hohlglasmalerei an der Glasfachschule Hadamar. Er war zugleich der Schwiegersohn von Professor Alexander Pfohl, der die Hadamarer Glasfachschule mitgründete und als künstlerischer Leiter und Lehrer Pionierarbeit leistete. Zwei weitere Glasobjekte, große rote Schalen mit Schwarzlot- und Goldmalerei, stammen von dem namhaften böhmischen Glasmaler Josef M. Pohl.
Dass die Eheleute ausgerechnet in Hadamar gelandet sind, verdanken sie Angelika Krombach, der Tochter von Walter Herrmann und Brigitte Herrmann-Pfohl. Sie sammelt die Gläser ihrer Familie und stöbert regelmäßig die Anzeigen im Internet durch. Im Sommer 2023 stieß sie auf die Anzeige vom Ehepaar Rau-Reece und entdeckte ein von ihrem Vater bemaltes Glas, bernsteinfarben und mit Watteau-Motiven, in der Schaper-Technik bemalt. Als der Kontakt zustande gekommen war, berichtete Lisa Rau-Reece, dass sie weitere Glaskunst von Walter Herrmann habe, rund 200 Gläser befänden sich in ihrer Sammlung. Sie berichtete weiter, dass ihr Vater einer der besten Kunden von Walter Herrmann gewesen sei. Er und auch schon sein Vater kauften die Glaskunst für ein eigens gegründetes Warenhaus (Rau´s Country Store) in Frankenmuth ein und boten die Glaskunstwerke dort an. Auch für die private Sammlung habe ihr Vater die Glaskunst gekauft, schilderte Lisa Rau-Reece. Seit seinem Tod habe sie einige Gläser über das Internet angeboten. Frankenmuth ist eine Stadt im US-Bundesstaat Michigan. Der Spitzname der Stadt ist „Little Bavaria“ und das ist kein Zufall, denn das Gebiet wurde im Jahre 1845 von Immigranten aus Franken besiedelt, und auch heute noch dreht sich alles um deutsches Kulturerbe und sogar deutsche Architektur und auch deutsche Glaskunst.
Insgesamt 17 Gläser ihres Vaters kaufte Angelika Krombach und der Kontakt ist bestehen geblieben. Ende des Jahres 2025 besuchte das Ehepaar Rau-Reece ihren Sohn während seines Austauschjahres in Deutschland und bei dieser Gelegenheit auch das Glasmuseum, die Glasfachschule Hadamar und Walter Herrmann persönlich. Bei dem Besuch überreichten die Eheleute drei der mitgebrachten Glaskunstwerke für das Glasmuseum stellvertretend an die Mitglieder des Trägervereins des Glasmuseums, Schulleiter der Glasfachschule Holger Schmidt, Abteilungsleiter Michael Kirsch und Koordinator Florian Dierig, die die Gläser sehr bewunderten und sich über den Neuerwerb für das Glasmuseum sehr freuten. Eine große, von ihrem Vater bemalte Vase erstand Angelika Krombach.