Kita-Assistenzen sind wichtige Unterstützung für die Teams – Landesprogramm soll fortgeführt werden
Die Hessische Sozialministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales Heike Hofmann hat die Lahn-Kinderkrippen e. V. (LKK) in Hadamar besucht. Gemeinsam mit Geschäftsführerin Annemarie Lobenhofer, dem Verwaltungsteam und den im Rahmen des Landesprogramms eingesetzten Kita-Assistenzen tauschte sie sich über die Erfahrungen mit dem Programm „Kita-Assistenz“ und die Bedeutung zusätzlicher Unterstützung im Kita-Alltag aus. Anlass des Treffens war insbesondere das ursprünglich zum Jahresende auslaufende Förderprogramm. Dabei überbrachte die Ministerin eine erfreuliche Nachricht: Die Förderung der Kita-Assistenzen soll fortgeführt werden.
Zu dem Besuch hatte die Lahn-Kinderkrippen e. V. zu einem gemeinsamen Brunch in ihre Geschäftsräume nach Hadamar eingeladen. Neben den Kita-Assistenzen und dem Verwaltungsteam nahmen auch Stadtrat Stephan Schumm, der stellvertretend für Bürgermeister Michael Ruoff anwesend war, sowie der Kreistagsvorsitzende und ehemalige Landtagsabgeordnete Joachim Veyhelmann teil.
Geschäftsführerin Annemarie Lobenhofer begrüßte die Gäste und stellte die Arbeit der Lahn-Kinderkrippen vor. Besonders hob sie die Unterstützung durch die Kita-Assistenzen hervor, die in den Einrichtungen ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen – von der Unterstützung in der Küche über organisatorische Tätigkeiten bis hin zur Begleitung im Kita-Alltag. „Die Kita-Assistenzen haben mit angepackt, Dinge gesehen, organisiert, unterstützt und mitgestaltet. Sie haben eigene Ideen eingebracht und unseren Pädagoginnen wertvolle Zeit geschenkt, die diese unmittelbar mit den Kindern verbringen konnten“, erklärte Lobenhofer.
Das Landesprogramm „Kita-Assistenz“ war im Jahr 2025 gestartet und verfolgt das Ziel, pädagogisch tätige Fachkräfte im Alltag zu entlasten, die Personalstruktur in den Kindertageseinrichtungen zu stärken und den Einsatz von Kita-Assistenzen außerhalb des gesetzlichen Fachkraftkatalogs modellhaft zu erproben. Seit Beginn des Programms wurden nach Angaben der Ministerin in Hessen rund 800 Kita-Assistenzen gefördert. Das Land stellt hierfür rund 20 Millionen Euro zur Verfügung.
Auch die Lahn-Kinderkrippen gehören seit Beginn zu den Einrichtungen, die von der Förderung profitieren. In zwölf der insgesamt 14 Einrichtungen sind Kita-Assistenzen im Einsatz. Für die beiden Förderjahre wurden für die Lahn-Kinderkrippen insgesamt rund 339.000 Euro für zwölf Kita-Assistenzen bereitgestellt. Die Assistenzen arbeiten mit unterschiedlichen Stundenmodellen und übernehmen je nach Bedarf verschiedene Aufgaben. Inzwischen sind sie für die Lahn-Kinderkrippen ein fester Bestandteil der Teams.
Beim gemeinsamen Austausch wurde deutlich, wie vielfältig die persönlichen Hintergründe der Kita-Assistenzen sind. Für einige ist die Tätigkeit ein Wiedereinstieg in das Berufsleben, andere bringen Erfahrungen aus medizinischen oder pflegerischen Berufen mit. Wieder andere nutzen die Tätigkeit begleitend zu einem Studium und sammeln praktische Erfahrungen für ihren späteren Berufsweg.
Eine Kita-Assistentin berichtete beispielsweise von ihrem beruflichen Wiedereinstieg nach der Geburt und Betreuung ihrer Drillinge. Als gelernte Medizinische Fachangestellte fand sie über das Förderprogramm zunächst als Küchenkraft den Weg zurück in den Berufsalltag.
„Viele verschiedene Bildungswege führen in die Kita-Betreuung. Manche sind in diese Aufgabe hineingewachsen. Das Förderprogramm ermöglicht den Weg zurück in das Berufsleben und in eine Aufgabe mit Sinn“, sagte Annemarie Lobenhofer. Die Kita-Assistenzen seien dabei längst Teil der Teams: „Es wird kein Unterschied zwischen Fachpersonal und Kita-Assistenzen gemacht. Alle sind Teil des Teams und leisten ihren Beitrag.“
Sozialministerin Heike Hofmann würdigte das Engagement der Lahn-Kinderkrippen und der Mitarbeitenden. „Vielen Dank, dass ich heute dabei sein darf. Hier ist so viel Herz für Kinder zu spüren. Die Einrichtungen zeigen viel Einsatz – und das ist wichtig für die Familien“, sagte Hofmann. Besonders erfreulich war die Nachricht, die die Ministerin für die Lahn-Kinderkrippen und die Kita-Assistenzen mitbrachte: Das Förderprogramm soll fortgeführt werden. Im Rahmen des derzeit vorbereiteten neuen Kita-Gesetz-Pakets ist vorgesehen, die Förderung der Kita-Assistenzen weiterzuführen. Das Programm soll künftig unter dem Namen „Starke Teams – starke Kitas“ fortgesetzt werden. Das neue Gesetzespaket soll zum 1. Juli 2027 in Kraft treten. „Erst aus der Praxis wird oft klar, ob und wie ein Programm wirkt. Hier ist es eindeutig“, betonte Hofmann. Das Programm werde sehr gut angenommen und stifte einen wichtigen Nutzen für die Einrichtungen. Mit Blick auf die Bedeutung gemeinsamer Verantwortung für Kinder verwies die Ministerin auf das Sprichwort: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Diese Unterstützung solle mit dem neuen Gesetz weiter gestärkt werden.
Auch Joachim Veyhelmann begrüßte die Fortführungsperspektive. „Dass das Ministerium heute hier ist, zeigt die Wertschätzung dieser wichtigen Aufgabe“, sagte der Kreistagsvorsitzende. Er hoffe, dass die Unterstützung der Kita-Assistenzen auch künftig erhalten bleibe.
Stadtrat Stephan Schumm dankte im Namen von Bürgermeister Michael Ruoff und der Stadt Hadamar der Landesregierung, den Lahn-Kinderkrippen und insbesondere Geschäftsführerin Annemarie Lobenhofer für ihr Engagement. „Die Hessische Landesregierung engagiert sich stark im Bereich der Arbeit mit und für Kinder. Gleichzeitig leisten die Lahn-Kinderkrippen und Annemarie Lobenhofer hier vor Ort einen wichtigen Beitrag. Für dieses hohe Engagement möchte ich mich im Namen der Stadt Hadamar herzlich bedanken“, so Schumm.
Eine Besonderheit der Lahn-Kinderkrippen stellte Lobenhofer ebenfalls heraus: In der Villa Musica wird interkommunale Zusammenarbeit gelebt. Die Kommunen Hadamar, Dornburg und Elz arbeiten dort gemeinsam in der Kinderbetreuung.
Der Besuch der Sozialministerin machte deutlich, welchen Beitrag Kita-Assistenzen zur täglichen Arbeit in den Einrichtungen leisten. Sie unterstützen die pädagogischen Teams, übernehmen unterschiedliche Aufgaben und bringen dabei vielfältige berufliche und persönliche Erfahrungen mit. Für die Lahn-Kinderkrippen bedeutet die geplante Fortführung des Programms vor allem eines: Die zusätzliche Unterstützung kann auch künftig dazu beitragen, pädagogische Fachkräfte im Alltag zu entlasten und damit mehr Zeit für die wichtige Arbeit mit den Kindern zu schaffen.