Zahlreiche historische Stätten in Hadamar öffnen ihre Pforten
Am Tag des offenen Denkmals® öffnen jedes Jahr bundesweit tausende Denkmale die Türen und laden zur größten Kulturveranstaltung Deutschlands ein. Seit 1993 lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einmal im Jahr dazu ein, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Ziel des immer im September liegenden Aktionstages ist, (bau-)kulturelles Erbe in den Fokus zu rücken und Einblicke hinter – teilweise dauerhaft – verschlossene Türen zu geben.
Auch im Stadtgebiet Hadamar beteiligen sich zahlreiche historische Orte an diesem besonderen Tag. Der kostenfreie Eintritt ist dabei allen gemeinsam. Einige Schaustätten bieten den Besuchern zusätzlich ein besonderes Programm. Interessierte haben dadurch am Sonntag, 13. September 2026 die einmalige Gelegenheit, bedeutsame Bauwerke und Erinnerungsorte kennenzulernen, an Führungen teilzunehmen und spannende Einblicke in die Geschichte Hadamars und seiner Stadtteile zu erhalten.
Programm im Stadtgebiet Hadamar
Liebfrauenkirche
Die dreischiffige, spätgotische Kirche ist ein sakrales Kleinod aus dem 14.-15. Jahrhundert. Gotischer Deckenschmuck, Kreuzrippen- und Netzgewölbe prägen das Innere der Kirche. Hochaltar und Kanzel sind Werke des Hadamarer Bildhauers Martin Volck (um 1750).
• 14–16 Uhr geöffnet
• Adresse: Kirchgasse 29, 65589 Hadamar
Herzenbergkapelle
1690 ließ Fürst Franz Bernhard den bestehenden Bildstock auf dem Hirschberg zu einer barocken Kapelle erweitern und stiftete einen prächtigen Hochaltar. Neben ihm ließen drei Fürsten ihre Herzen in der Kapelle bestatten, woher sie ihren Namen hat.
• 9–16 Uhr geöffnet
• ab 14 Uhr lädt die Katholische Frauengemeinschaft zum Café im nahegelegenen Ziergarten ein
• Adresse: Herzenbergweg 20, 65589 Hadamar
Fürstengruft
Die frühere Ägidienkirche und das ehemalige Franziskanerkloster sind heute in die Struktur des weitläufigen Krankenhausgeländes der Vitos Weil-Lahn eingebettet. Die zur Ägidienkirche gehörende nassauische Fürstengruft ist die letzte Ruhestätte der Fürsten von Nassau-Hadamar.
• 14–15:30 Uhr geöffnet
• 14 Uhr und 15 Uhr Sonderführung von Ehrenbürger Heinz Valentin durch die Fürstengruft
• Adresse: Brückenvorstadt 12, 65589 Hadamar (Zufahrt über den Mönchberg)
Gedenkstätte Hadamar
Die Gedenkstätte Hadamar erinnert an die Opfer nationalsozialistischer Euthanasie-Verbrechen. Ende 1940 wurde die Landesheilanstalt Hadamar im Rahmen der sogenannten „T4“-Aktion in eine Tötungsanstalt umgebaut. Die Gedenkstätte Hadamar versteht sich als Ort des Gedenkens, der historischen Aufklärung und der politischen Bildung. Heute besteht die Gedenkstätte aus den noch erhaltenen authentischen Kellerräumen mit der ehemaligen Gaskammer und einem freigelegten Krematoriumsofen, der früheren Busgarage, der Dauerausstellung sowie dem Friedhof.
• 14–17 Uhr geöffnet
• 14:30 Uhr öffentliche Führung
• Adresse: Mönchberg 11, 65589 Hadamar
Ehemalige Synagoge
Die im neugotischen Stil und mit etwas orientalischem Schmuck errichtete ehemalige Synagoge wurde 1841 eingeweiht und kann als Sinnbild gesellschaftlicher Anerkennung der seit 1651 in Hadamar lebenden jüdischen Menschen im damaligen Herzogtum Nassau angesehen werden. Die Synagoge wurde bis zu ihrer Schändung am 9./10. November 1938 aktiv genutzt und ist heute ein Denkmal.
• 11–17 Uhr geöffnet
• 12 Uhr Vortrag zum Thema „Vorgeschichte, Architektur und Bedeutung des Denkmals der ehemaligen Synagoge Hadamar“ von Christoph Speier
• 14 Uhr Vortrag und Gespräch zum Thema „Jüdische Patientinnen und Patienten als Opfer der NS-Krankenmorde“ von Dr. Georg Lilienthal (ehemaliger Leiter der Gedenkstätte Hadamar)
• 15 Uhr Rundgang zum Thema „Das jüdische Hadamar“ über den Neumarkt und durch das Judengässchen mit Christoph Speier
• Adresse: Nonnengasse 6, 65589 Hadamar
Stadtmuseum
Das Stadtmuseum befindet sich im Marstallgebäude des Hadamarer Schlosses, einem um das Jahr 1625 errichteten Wirtschaftsgebäude. Seit Juni 2026 erstrahlt es mit einer umfassend neu gestalteten Ausstellung. Es ist der zentrale Ort zur Vermittlung der Stadtgeschichte. In anschaulich gegliederten Themeninseln lädt die Dauerausstellung dazu ein, die Vergangenheit und Gegenwart Hadamars aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln neu zu entdecken.
• 14–17 Uhr geöffnet
• 15 Uhr und 16 Uhr Sonderführung von Ehrenbürger Hartmut Kuhl am berühmten Schatten-Fries „Per aspera ad astra“ des Hadamarer Lebensreformers und Malers Karl Wilhelm Diefenbach. Die reizvollen Silhouetten der um das Jahr 1890 entstandenen 34 Tafeln zeigen einen Festzug von Kindern und Tieren in paradiesischer Unschuld und im Einklang mit der Natur. Der Künstler selbst sagte seinerzeit dazu, dass es sich dabei um „meines Lebens Traum“ handele.
• Adresse: Schloßplatz, 65589 Hadamar
Glasmuseum im Schloss Hadamar
Das Glasmuseum im Schloss Hadamar präsentiert eine vielfältige Sammlung historischer und zeitgenössischer Glaskunst. Zum Tag des offenen Denkmals® haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, das Museum zu besichtigen und an einer Führung durch die aktuelle Ausstellung „Zeitgenössische Glasplastiken aus Tschechien“ teilzunehmen.
• 14–17 Uhr geöffnet
• 14 Uhr Führung durch die aktuelle Ausstellung „Zeitgenössische Glasplastiken aus Tschechien“
• Adresse: Gymnasiumstraße 4, 65589 Hadamar
Dorfmuseum Oberweyer
Aus einer ehemaligen Schreinerei, später Bäckerei, wurde in Eigenleistung von dem Verschönerungsverein e. V. Oberweyer ein Dorfmuseum der ganz besonderen Art geschaffen. Ländliches Kulturgut aus Haus, Hof, Garten, Landwirtschaft und Handwerk sowie Dokumente und Schriftstücke können hier besichtigt werden.
• 14–17 Uhr geöffnet
• Adresse: Schulstraße 1, 65589 Hadamar-Oberweyer
Dorfmuseum Niederzeuzheim
Im ehemaligen Back- und Gemeindehaus wird das Leben unserer Vorfahren vor mehr als 100 Jahren gezeigt. Neben original eingerichteten Wohnräumen mit entsprechendem Geschirr und Mobiliar lässt der Museumssaal Dorfgeschichte lebendig werden. Sehenswert sind auch die bis zu 200 Jahre alten landwirtschaftlichen Geräte.
• 13–16 Uhr geöffnet
• Adresse: Backhausberg 7, 65589 Hadamar-Niederzeuzheim
Kreuzkapelle Niederzeuzheim
Die Kreuzkapelle geht zurück auf eine Stiftung des Fürsten Alexander von Nassau-Hadamar an den Franziskanerorden und an die Gemeinde. Sowohl die Grundsteinlegung als auch die ersten Gottesdienste wurden im Jahr 1701 begangen. Die Weihe erfolgte allerdings erst im Jahr 1706. Vorbild des kleinen Gotteshauses dürfte die Kreuzkapelle von Trier gewesen sein, die einer Legende zufolge auf die Kaiserin Helena zurückgeht. Den kunstvollen Barockaltar von Johann Neudecker sowie die kostbare Reliquie vom Kreuz Christi verdanken wir ebenfalls Fürst Alexander von Nassau-Hadamar.
• 9–17 Uhr geöffnet
• Adresse: Kapellenstraße, 65589 Hadamar-Niederzeuzheim
Weitere Informationen zum Tag des offenen Denkmals® und den teilnehmenden Denkmälern in Hadamar unter www.hadamar.de sowie deutschlandweit unter www.tag-desoffenen.denkmals.de oder in der zugehörigen App von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Hier gibt es auch Informationen zum bundesweiten Fotowettbewerb „Denkmalschnappschuss 2026“ sowie dem Gewinnspiel zum Tag des offenen Denkmals® 2026.